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Warum schwitzen wir?

Schwitzen ist ein lebensnotwendiger Prozess der unseren Körper vor Überhitzung schützt. Schweiß tritt aus den bis zu 4 Millionen Schweißdrüsen aus und verdunstet auf der Haut.

Bei dieser Verdunstung wird der ausgetretene Schweiß durch die Körpertemperatur zu Wasserdampf umgewandelt. Bei dieser Umwandlung geht dem Körper überschüssige Wärme verloren.

Die Körpertemperatur sinkt also. Die Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper arbeiten bei 37 Grad Celsius optimal.

Würden wir nicht schwitzen, hätte dies zur Folge, dass unsere Körpertemperatur bis zu einem kritischen Punkt ansteigt. Bei einigen Grad über 40 Grad Celsius finden wichtige Stoffwechselvorgänge nicht mehr statt und wir würden einen Hitzeschlag erleiden.

Das so genannte vegetative Nervensystem steuert die Schweißabsonderung des Körpers. Es arbeitet dabei wie eine Klimaanlage. Steigt die Körpertemperatur, meldet das vegetative Nervensystem dies an die Schweißdrüsen.

Diese produzieren dann solange Schweiß bis die gewünschte Temperatur erreicht ist und das vegetative Nervensystem meldet dann an die Schweißdrüsen das diese die Produktion einstellen können.

Wie schwitzen wir?

Dafür das wir überhaupt schwitzen ist das so genannte vegetative Nervensystem verantwortlich.

Das vegetative Nervensystem unseres Körpers versorgt Organe, glatte Muskeln, das Herz und auch Schweißdrüsen mit Informationen.

Man nennt das vegetative Nervensystem auch autonomes Nervensystem, da es ohne eine bewusste Steuerung durch den Willen autonom funktioniert.

Es wird durch den Hypothalamus kontrolliert. Der Hypothalamus kann die Körpertemperatur messen und über Verschaltungen auf das vegetative Nervensystem und auf Hormone Einfluss nehmen.

Bestimmte Zentren im Hypothalamus steuern über Nervenbahnen die Thermoregulation, also den Wärmehaushalt des Körpers.

Steigt die Körpertemperatur so nimmt dies der Hypothalamus war und sendet über das Nervensystem Reize an die Schweißdrüsen.

Die Schweißdrüsen, die die Lederhaut durchziehen und deren Öffnungen in den Poren der Haut münden, werden durch die Reize stimuliert. Durch die Stimulation beginnen sie Schweiß an die Haut abzugeben.

Der Schweiß verdunstet durch die Körperwärme auf der Haut und die Körpertemperatur sinkt. Sobald die optimale Körpertemperatur erreicht ist ziehen sich die Blutgefäße der Haut zusammen und die Abgabe von Schweiß wird verringert.



Was ist Schweiß?

Schweiß ist das Sekret das von den Schweißdrüsen abgesondert wird. Schweiß besteht zu 99% aus Wasser.

Schweiß besitzt des weiteren einen großen Anteil an organischen Verbindungen. Weitere Stoffe die man im Schweißsekret findet sind: Natriumchlorid (Kochsalz), Aminosäuren, Zucker, Milchsäure, Harnstoff; Ammoniak, Harnsäure, Magnesium, Kalium, Ascorbinsäure und weitere hier nicht aufgezählte Stoffe.

Die zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen sondern täglich zwischen einem halben Liter bis hin zu mehreren Litern (je nach Temperatur, Bewegung etc. verschieden) Schweiß ab.

Frischer Schweiß ist geruchlos. Da das Schweißsekret jedoch viele Nährstoffe inne hat, ernähren sich bestimmte Bakterien auf der Haut von den Inhaltsstoffen des Schweißes und produzieren den typischen Schweißgeruch.

Wie entsteht Schweißgeruch?

Frischer Schweiß ist geruchlos. Es ist nicht der Schweiß an sich der unangenehm riecht, sondern die Absonderungen der Bakterien die sich von dem nährstoffreichen Schweiß ernähren.

Bei diesem bakteriellen Zerfall entstehen Stoffe wie Buttersäure, die den unangenehmen Schweißgeruch bewirken.

Schweißgeruch tritt erst in der Pubertät auf, da erst dann die apokrinen Schweißdrüsen mit der Produktion von Sekret beginnen.

Einen Einfluss auf den Schweißgeruch hat die bakterielle Flora auf der Haut, die Ernährung und eventuelle Krankheiten.

Wenn der Körper beispielsweise zu wenig Wasser aufnimmt, können Gifte nicht ausreichend über die Nieren ausgeschieden werden.

Die Gifte müssen den Körper also anders verlassen und werden mit dem Schweiß ausgeschieden. Die Bakterien auf der Haut machen sich über die Giftstoffe her, zersetzen diese und ein unangenehmer Geruch entsteht.

Achselhaare bieten den Bakterien einen idealen Raum zur Ausbreitung. Der Schweiß sammelt sich in den Achselhaaren und vergrößert die Angriffsfläche der Bakterien.

Was ist noch normales Schwitzen?

Schwitzen dient der Regulation der Körpertemperatur. Die Körpertemperatur ist abhängig von den gegebenen klimatischen Bedingungen, vom Ausmaß der körperlichen Bewegung, vom Gesundheitszustand usw.

Es ist normal das man als Mitteleuropäer stark schwitzt wenn man sich gerade in einer ungewohnt warmen Klimazone befindet.

Auch eine sportliche Betätigung erzeugt überschüssige Wärme auf die der Körper mit vermehrten Schwitzen reagiert.

Bei einer Erkrankung, beispielsweise einer Grippe, erhöht der Körper von allein die Temperatur um die Krankheit besser bekämpfen zu können.

Auch in diesem Fall kann man stark schwitzen.
Vermehrtes Schwitzen kann also durchaus normal sein. Wenn man jedoch ohne erkennbaren Grund immer übermäßig schwitzt kann dies Anzeichen einer Hyperhidrose sein.

Wer beispielsweise auch im Winter im Ruhezustand eine starke Schweißbildung unter den Achseln oder den Händen und Füßen oder sogar am ganzen Körper verspürt ist möglicherweise von einer Hyperhidrose betroffen.



Definition der Hyperhidrose

Etwa eine Million Menschen in Deutschland leiden unter einer übermäßigen Schweißbildung, der so genannten Hyperhidrose (griechisch: hyper = zu viel, hidros = Wasser).

Als Hyperhidrose wird eine übermäßige Schweißproduktion bezeichnet. Die Hyperhidrose wird unterteilt in eine generalisierte Form und eine lokale Form.

Generalisierte Form der Hyperhidrose bedeutet, dass die übermäßige Schweißproduktion an großflächigen Körperstellen oder sogar an der gesamten Hauptoberfläche auftritt.

Lokale Form der Hyperhidrose bedeutet, dass die übermäßige Schweißproduktion auf bestimmte Körperregionen wie beispielsweise Achselhöhle (Hyperhydrosis axillaris), Hand (Hyperhydrosis manuum) und Fuß (Hyperhydrosis pedum) begrenzt ist.

Ab welcher Schweißsekretmenge man von einer übermäßigen Schweißproduktion sprechen kann ist nicht objektiv bestimmbar. In der Wissenschaft wird die Krankheit Hyperhidrose als Produktion von 100 ml Schweiß in einer Zeit von 5 Minuten in einer Achselhöhle definiert.

Ursachen der Hyperhidrose

Bei der übermäßigen Schweißproduktion, die auf bestimmte Körperregionen begrenzt ist (fokale Hyperhidrose), sind die Ursachen noch relativ unklar.

Es wird aber vermutet, dass die Zentren im Hypothalamus die für die Regulation der Schweißdrüsentätigkeit verantwortlich sind, überaktiv arbeiten und somit ein übermäßiges Schwitzen bewirken.

Häufig beginnt diese Form der Hyperhydrose schon in der Pubertät.

Die übermäßige Schweißproduktion an großflächigen Körperstellen oder an der gesamten Hauptoberfläche (generalisierte Hyperhydrose), kann verschiedene Ursachen haben.

Mögliche Gründe sind Kreislaufstörungen, psychische Probleme, Diabetes, Menopause, endokrine Erkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) usw.

Eine Abklärung durch den Arzt ist bei dieser Form der übermäßigen Schweißproduktion absolut notwendig.

In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich aber um die zwar sehr unangenehme, aber aus medizinischer sicht eher harmlose lokale Hyperhidrose.

Auch wenn diese zwar harmlos ist kann das übermäßige Schwitzen unter den Achsel, an Füßen, Händen oder auch am Kopf den Betroffenen psychisch enorm belasten.

Bei Versagen der üblichen Tipps gegen starkes Schwitzen sollte auch bei dieser Form der Hyperhidrose ein Arzt befragt werden.

Diagnose der Hyperhidrose


Betroffene merken meist sehr schnell, dass sie an einer übermäßigen Schweißbildung leiden.

Unabhängig von Temperaturen und Bewegung entstehen bis zu tellergroße Schweißflecken auf der Kleidung, beispielsweise unter den Achselhöhlen.

Um aus medizinischer Sicht eine einwandfreie Diagnose zu stellen, kommt meist eins der zwei folgenden Verfahren zum Einsatz.

Das erste Verfahren zur Diagnose einer Hyperhidrose ist die Schweißmengenmessung (Gravimetrie).


Dabei wird mittels saugfähigem Filterpapier die Menge an Schweiß aufgesaugt und dann gewogen.
Anhand dieser gewogenen Menge an Schweißsekret lässt sich der Schweregrad der Hyperhidrose ermitteln.

Eine Schweißmenge ab 30 mg/min gilt allgemein als eine übermäßige Schweißproduktion.
Das zweite Verfahren ist die Flächenmessung bzw. der Jod-Stärke Test.

Dieses Verfahren kommt nur selten zum Einsatz. Es wird mittels einer Farbreaktion die Darstellung von neu austretendem Schweiß möglich.

Durch dieses Testverfahren kann das hyperhidrotische Areal bestimmt werden. Also die Fläche die übermäßig schwitzt.

Behandlung mit Aluminiumchlorid

Für die Behandlung der Hyperhidrose unter den Achseln (Hyperhidrosis axillaris) hat sich eine Anwendung mit Aluminiumchlorid bewährt. Aluminiumchlorid wird in vielen Antitranspirantien verwendet.

Für die Behandlung einer Hyperhidrose ist die Konzentration in normalen Antitranspiratien jedoch zu gering. Je nach Schweregrad und Anwendungsgebiet werden Lösungen mit unterschiedlich hohen Konzentrationen des Aluminiumchlorids angeboten.

Bei der Behandlung einer starken Hyperhidrose sollte eine 10-30%-ige Aluminiumchloridlösung zur Anwendung kommen. Es empfiehlt sich erst einmal eine 10%-ige Lösung auszuprobieren. Bleibt der gewünschte Handlungserfolg aus so lässt sich die Konzentration immer noch steigern.

Aluminiumchlorid kann als alkoholische oder wässrige Lösung und auch als Gel in einer Magistralrezeptur hergestellt werden. Aluminiumchlorid dringt in die Schweißdrüsen ein und lässt den Ausführungsgang der Schweißdrüsen zusammenziehen.

Es bildet sich ein Pfropf aus Metallionen. Die ekkrinen Schweißdrüsen werden kleiner. Man schwitzt deutlich weniger an der behandelten Körperstelle oder sogar überhaupt nicht mehr.

Die Behandlung mit Aluminiumchlorid sollte in der ersten Woche täglich stattfinden. Nach ein bis zwei Wochen sollte Aluminiumchlorid alle zwei bis drei Tage zur Anwendung kommen.

Nach drei bis vier Wochen ist meist nur noch eine Anwendung pro Woche nötig. Ideal ist die Lösung nur abends vor dem Schlafen gehen aufzutragen. Nachts schwitzt der Körper deutlich weniger, da das vegetative Nervensystem zur Ruhe kommt.

Die Aluminiumchloridlösung wird so nicht sofort aus den Schweißdrüsen ausgeschwitzt. Schon nach kurzer Zeit werden enorme Behandlungserfolge sichtbar. Viele Patienten schwitzen schon nach einer Woche fast überhaupt nicht mehr. Die Schweißdrüsen bilden sich im Laufe der Behandlung zurück.

Die Erfolgsquote des Aluminiumchlorids liegt bei über 90%. Daher ist es das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung einer fokalen Hyperhidrose. Es sollte darauf geachtet werden das Mittel sehr sparsam aufzutragen. Weniger ist hier wirklich mehr.

Besonders zu Therapiebeginn treten als Nebenwirkungen häufig Hautirritationen und leichter Juckreiz auf. Meistens verschwinden diese aber schon nach mehrmaliger Anwendung, da sich die Haut an das Alumiumchlorid gewöhnt.

Je höher die Konzentration und je mehr Aluminiumchlorid auf die Haut aufgetragen werden, desto stärker sind in der Regel auch die Nebenwirkungen. Um eine immense Verbesserung der Hyperhidrose zu erzielen sind aber keine großen Mengen der Lösung notwendig.

Wenn die Aluminiumchloridlösung beispielsweise durch einen Zerstäuber auf die Achsel aufgetragen wird reicht ein bis zwei mal sprühen absolut aus. Mehr bringt gar nichts und ist sogar kontraproduktiv. Aluminiumchlorid hat einen geringen pH-Wert, es kann also bei Kontakt mit Kleidung Verfärbungen auslösen.

Behandlung mit dem Verfahren der Ionophorese

Das Verfahren der Ionophorese, wurde in den 50ger Jahren in den USA entwickelt, und ist nur für zur Behandlung der Hyperhidrose an Händen und Füßen geeignet.

Die zu behandelnden Körperteile werden in ein Salzbad getaucht. Über Elektroden fließt ein schwacher Gleichstrom. Eine Theraphiesitzung dauert in 20 Minuten.

Zu Beginn der Behandlung muss die Anwendung täglich stattfinden. Später kann die Zahl auch bis auf eine Anwendung reduziert werden.

Der genaue Wirkmechanismus der Ionoporese ist noch nicht geklärt. Man nimmt aber an das durch die Reizung der Schweißdrüsen mit Gleichstrom vorübergehend Prozesse in Gang gesetzt werden die die Schweißdrüsen verstopfen.

Der Behandlungserfolg ist unterschiedlich: Bei einem leichten bis mittleren Schweregrad der Hyperhidrose werden bei regelmäßiger Anwendung durchaus Erfolge erzielt.

Vielen Menschen ist der Zeit- und Kostenaufwand allerdings zu hoch oder der Therapieerfolg zu gering. Ein eventueller Behandlungserfolg ist nur vorübergehend und verschwindet einige Wochen nach Absetzung der Therapie.

Ein weiterer Nachteil das die Hyperhidrose unter den Achseln oder am Rumpf und Kopf mit dieser Methode nicht zu behandeln ist.

Menschen mit Herzrythmusstörungen, mit Implantaten aus Metall und Schwangere Frauen dürfen nicht mit der Ionophorese behandelt werden.

Behandlung mit dem Verfahren der endoskopischen thorakalen Sympathektomie (ETS)

Das Verfahren der endoskopischen thorakalen Sympathektomie (ETS) stellt eine alternative Behandlung bei Hyperhidrose mittleren bis schweren Grades dar, wenn nicht operative Behandlungsmethoden keinen Erfolg hatten.

Bei diesem Verfahren werden bestimmte Nervenknoten durchtrennt die für das Schwitzen an Händen, unter den Achseln und am Kopf verantwortlich sind.

Früher waren große Operationsschnitte notwendig um eine Zerstörung dieser Nervenknoten (Ganglien) zu bewirken.

In den letzten Jahren wurde die endoskopische Operationstechnik aber derart verbessert, dass nur noch ein kleiner Schnitt notwendig ist.


Der Behandlungserfolg dieser Methode liegt fast bei 100 %. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Dabei wird ein etwa 1 cm-langer Schnitt in der Achselhöhle gesetzt um das Operationsendoskop in den Brustraum einführen zu können und so zu den entsprechenden Nervenknoten (Ganglien) zu gelangen.

Durch Hochfrequenzstrom werden die für die übermäßige Reizung der Schweißdrüsen verantwortlichen Nervenknoten zerstört.

Ein längerer Krankenhausaufenthalt ist meist nicht notwendig. Viele Patienten verlassen die Klinik bereits schon ein Tag nach der Operation.


Die Erfolgsquote des Eingriffs liegt annähernd bei 100% und die Komplikationsrate ist gering. Man muss allerdings darauf hinweisen, dass bei der Mehrheit der Patienten nach dem Eingriff über ein so genanntes kompensatorisches Schwitzen berichtet wird.

Das heißt die Menschen schwitzen zwar nicht mehr an den Händen, der Achsel oder am Kopf, aber dafür mehr an den Beinen und am Rumpf.

Trotzdem ist dies für viele Betroffene kein Grund die endoskopische thorakale Sympathektomie (ETS) abzulehnen, da übermäßiges Schwitzen an Beinen und am Rumpf von der Mehrheit als weniger störend bzw. belastend empfunden wird.

Bei einer geringen Anzahl von Patienten wird das kompensatorische Schwitzen jedoch so stark, dass sie den Eingriff nicht als entlastend für ihr Leben einschätzen.

Es sollte aufgrund der Nebenwirkung des kompensatorischen Schwitzens, je nach Schweregrad der Hyperhidrose, abgewogen werden, ob die Vor- oder Nachteile überwiegen.

Behandlung mit Medikamenten

Eine Behandlung mit Medikamenten kommt meistens nur bei der generalisierten Hyperhidrose zur Anwendung.

Bei der Behandlung werden so genannte Anticholinergika eingesetzt. Anticholinergika sind Substanzen die die Wirkung von Acetycholin hemmen. Acetcholin ist ein so genannter Neurotransmitter.

Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergeben. Acetycholin gibt auch die Informationen an die Schweißdrüsen weiter die diese veranlassen übermäßig Schweiß zu produzieren.

Durch Medikamente wie Anticholinergika wird das Acetycholin daran gehindert die Information an die Schweißdrüsen weiter zu geben.

Man schwitzt also weniger. Um einen befriedigenden Behandlungserfolg zu erzielen ist es jedoch so, dass man oft hohe Dosen an Anticholinergika einsetzen muss.

Diese hohen Dosen haben wiederum häufig unangenehme Nebenwirkungen wie verstärkte Mundtrockenheit, Magenbeschwerden und Übelkeit, Müdigkeit und weitere Beschwerden zur Folge.

Eine medikamentöse Behandlung sollte erst erwogen werden, wenn andere nicht operative Anwendungen keinen Erfolg erzielt haben.
Behandlung mit Achselpads

Die Verwendung von Achselpads ist genau genommen keine wirkliche Behandlung einer Hyperhidrose.

Es wird nicht die Ursache des Schwitzens bekämpft, aber das Auftreten des Symptoms, nämlich der unangenehme Schweißfleck unter den Achseln, bekämpft.

Wie der Name Achselpads schon vermuten lässt ist die Anwendung auf die Hyperhidrose unter den Achseln beschränkt. Achselpads haben den großen Vorteil, dass sie akut das Problem beheben.

Bei allen anderen Behandlungen sind mindestens einige Tage bis Wochen nötig um einen Behandlungserfolg zu erzielen. Achselpads werden von verschiedenen Herstellern angeboten.

Meistens wird das Pad direkt in die Achselhöhle geklebt. Die Achsel sollte vor der Anwendung durch waschen gereinigt werden.

Falls man zusätzlich noch ein Deo oder ein Antitranspirant benutzen möchte sollte dieses nicht auf die Haut sondern direkt auf das Achselpad aufgetragen werden.

Jedes Achselpad kann nur einmal verwendet werden. Ob überhaupt und wenn ja wie oft ein Achselpad am Tag gewechselt werden muss hängt von dem Ausmaß der Hyperhidrose ab.

Nachteile dieser Anwendungen sind hauptsächlich der Preis. Die Verwendung der Achselpads bietet sich an wenn eine andere Behandlungsmethode gerade erst begonnen wurde oder nur einen mäßigen Erfolg zeigt und das Auftreten von Schweißflecken unter den Achseln verhindert werden soll.

Behandlung mit Botulinumtoxin

Botulinumtoxin ist das hochwirksame Nervengift, dass vom Bakterium Clostridium botulinum produziert wird.

Botulinumtoxin hemmt die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zum Muskel, wodurch die Kontraktion des Muskels je nach Dosierung des Gifts schwächer wird oder ganz ausfällt.

Botulinumtoxin kommt in der Medizin zur Behandlung von Falten und der Hyperhidrose unter den Achseln zum Einsatz. Angeboten wird das Botulinumtoxin Typ A als Medikament beispielsweise von der Firma Allergan unter dem Namen Botox® .

Botox® (Botolinumtoxin) setzt sich an die Verbindungen zwischen den Nervenfasern und den Schweißdrüsen unter den Achseln.

Die Impulsübetragung zu den Schweißdrüsen wird dadurch blockiert. Botox® (Botolinumtoxin) wirkt dabei ähnlich wie Anticholinergika, indem es ebenfalls die Freisetzung von Acetylcholin verhindert.

Zur Behandlung der Hyperhidrose unter den Achseln wird Botox® (Botolinumtoxin) unter die Haut gespritzt. Pro Achselhöhe sind bis zu 50 Einstiche nötig.

Die Wirkung beginnt etwa drei Tage nach dem Eingriff. Man schwitzt deutlich weniger bis überhaupt nicht mehr unter den Achseln.

Allerdings hält die Wirkung nur vier bis sechs Monate, in seltenen Fällen 12 Monate, an. Etwa acht Wochen nach dem Eingriff beginnt ein Regenerationsprozess der neue Nervenverbindungen zu den Schweißdrüsen aufbaut.

Daher hält die Wirkung nicht ein Leben lang. Geeignet ist die Behandlung mit Botox (Botolinumtoxin) besonders für Menschen die vermehrt in den Sommermonaten unter ihrer Hyperhidrose der Achseln leiden.

Als Nebenwirkung der Injektion von Botox (Botolinumtoxin) sind leichte Blutergüsse an den Einstichstellen zu nennen. Des Weiteren wurde von flüchtigen Kopfschmerzen berichtet.

Für schwangere Frauen, Menschen mit Muskelschwäche, neuromuskulären Erkrankungen und Menschen die bestimmte Medikamente einnehmen müssen (z.B. Macumar) ist die Behandlung mit Botolinumtoxin nicht geeignet.

Ob für Sie eine Behandlung mit Botox® (Botolinumtoxin) in Frage kommt lässt sich nur durch ein Gespräch mit einem Arzt Ihres Vertrauens klären.

Behandlung mit dem Verfahren der Saugkürettage

Das Verfahren der Saugkürettage ist eine neue Behandlungsmethode, die nur bei einer primären Hyperhidrose unter den Achselhöhlen eine Anwendung findet.

Der Eingriff wird in der Regel unter örtlicher Betäubung ( der so genannten Tumeszenlokalanästhesie) durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird in das Unterhautfettgewebe der Achselhöhle eine verdünnte Lokalanästhesie-Lösung gespritzt.

Schwellungen und Blutungen werden durch diese Methode verringert. Eine Vollnarkose ist nicht nötig und der Patient ist während des Eingriffs bei vollem Bewusstsein.

Bei der Saugkürettage werden durch Millimeter kleine Operationsschnitte ein Zugang zum Fettgewebe der Achseln gelegt.

Eine speziell für dieses Verfahren entwickelte Kanüle (Fatemi-Kanüle) dringt in die gelegten Schnitte in das Unterhautfettgewebe ein und saugt den Großteil der Schweißdrüsen ab.

Je nach Operationsvariante werden weitere Schweißdrüsen aus dem Bindegewebe geschabt (Kürettage) und entfernt.

Das grundsätzliche Verfahren ähnelt dem der Fettabsaugung (Liposuction), nur die verwendete Kanüle bei der Schweißdrüsenabsaugung ist dicker. Die Operation dauert zwischen 15 und 30 Minuten und erfordert in der Regel keinen stationären Aufenthalt des Patienten.

Während des Eingriffs wird ein Druckverband angelegt der einige Tage getragen werden muss. Das Nähmaterial wird nach etwa einer Woche entfernt.

Die Zeit der Nachbehandlung ist von Fall zu Fall verschieden, dauert aber wenn überhaupt nur wenige Wochen. Die Operationsrisiken und Komplikationen sind bei der Saugkürettage eher gering.

Viele Patienten sind bereits schon am folgenden Tag wieder arbeitsfähig. Durch das Verfahren der Saugkürettage werden zwischen 70-80% der Schweißdrüsen entfernt.

Als Minimalziel der Operation wird eine Normalisierung des Schwitzens unter den Achseln angestrebt. Viele Patienten schwitzen sogar überhaupt nicht mehr unter den Achseln.

Bei einigen Patienten (etwa 7%) kommt es aber vor das die wenigen noch verbliebenen Schweißdrüsen immer noch derart viel Schweiß produzieren das eine Wiederholung des Eingriffs notwendig ist.

Und selbst bei einer Wiederholung ist eine 100%ige Trockenlegung der betroffenen Stellen unter den Achseln nicht garantiert. Der Mehrheit der Patienten ist durch die Behandlung mit Saugkürettageverfahren aber sehr geholfen.

Der große Vorteil ist, dass bei erfolgreicher Therapie der Erfolg ein Leben lang anhält. Die Kosten für die Behandlung sind von Klinik zu Klinik verschieden und in der Regel vom Patienten selbst zu bezahlen. Als grober Richtwert gilt 1000 Euro pro Achselhöhle.



 

 


 

 

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